Homer
: Stand der Homer-Forschung. Keine These zu Homer oder der Ilias ist unumstritten, außer dieser: Die Auseinandersetzung mit der Ilias hat die europäische Kulturgeschichte entscheidend mitgeprägt. Die kritische Beschäftigung mit der Ilias lässt sich schon im 7. Jahrhundert mit Hekataios von Milet fassen. Zwei wichtige Wendepunkte erlebte das 19. Jahrhundert: Der Altertumsforscher Friedrich August Wolf, Freund Goethes, versuchte mit seiner Schrift "Prolegomena ad Homerum" die Dichterfigur Homer, wie auch dessen Werk, in das Reich der Sage zu verbannen. Die Gleichsetzung des archäologischen Fundplatzes Hisarlík in West-Anatolien mit Troia, dem Handlungsort der Ilias, bewirkte erneutes Vertrauen in die Schilderung der Ilias.
: Verträge aus Stein. Der so genannte Alaksandu-Vertrag besiegelte den Vasallenstatus von Wilusa/Ilion.
Der zu dieser Zeit in Wilusa regierende Alaksandu hatte in seiner Stadt kaum Rückhalt. Zur Sicherung seiner Position schloss er einen Staatsvertrag mit dem hethitischen Großkönig Muwatalli II.
: Homer stammte selbst aus Kleinasien, aus der Küstenstadt Smyrna/Izmir – wie es heißt. Gipskopie einer Homerbüste vom so genannten hellenistischen Blindentypus, Original um 100 v. Chr.  
: Die derzeit vorherrschende Forschungsmeinung zu Homer und seinem Werk ist folgende: Die Ilias ist weitgehend das Werk eines einzelnen Dichters, der ältere mündlich überlieferte Sagen in einem sorgfältig geplanten literarischen Werk verarbeitete. Dazu benutzte er die erst wenige Generationen vor seiner Zeit entwickelte griechische Schrift. Er lebte in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Chr., stammte wahrscheinlich aus einer kleinasiatischen Griechengemeinde und hatte Gelegenheit, die Ruinen des bronzezeitlichen Troia zu sehen. In seinem Werk, der Ilias, lassen sich verschiedene Ebenen historischer Erinnerung fassen. Der große Krieg, den er als Hintergrund seiner Geschichte wählt, kann eine schattenhafte Erinnerung an die Umbruchphase im östlichen Mittelmeerraum zum Ende der Bronzezeit im 13. und 12. Jahrhundert v. Chr. sein. Dabei haben in der mündlichen Überlieferung zum Teil auch Detailinformationen zur Kultur jener Zeit überlebt.
 
: Paris entführt Helena, Tonbecken aus Theben. Spätgeometrisch, um 730 v. Chr.
: Die Gesellschaft, die "Welt", die Homer beschreibt, ist eher die des 9. Jahrhunderts, zum Teil die seiner eigenen Zeit. Die verschiedenen Elemente der Handlung der Ilias haben unterschiedliche Quellen. Einige Handlungsmotive sind der Sagentradition des mittleren Ostens entlehnt, andere verweisen auf die Zeit des Untergangs der mykenischen Kultur in Griechenland, wieder andere können als originäre Schöpfung Homers angenommen werden.

Mögen auch in der Ilias Historie und Sagenwelten miteinander verbunden sein: Sie sind nicht genau zu trennen. Die Ilias ist als literarisches Werk in sich schlüssig und man muss den Dichter schätzen. Warum sollte man ihn anders nennen, als Homer?

: Troia, von ca. 2950 v. Chr. bis ca. 500 n. Chr.

I ca. 2950-2500 v. Chr.
II ca. 2500 v. Chr.
III ca. 2500-2300 v. Chr.
IV ca. 2200-2100 v. Chr.
V ca. 2100-1800 v. Chr.
VI ca. 1800-1250 v. Chr.
VII ca. 1200-1000 v. Chr.
VIII ca. 950-85 v. Chr.
IX bis ca. 500 n. Chr.

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