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| : Troia - Traum und Wirklichkeit Das Festival - 14. Juli bis 14 Oktober 2001 in Braunschweig Mit der Ausstellung "Troia - Traum und Wirklichkeit" ist am 14. Oktober 2001 in Braunschweig auch das Troia-Festival zuende gegangen. Rund 80 Veranstaltungen in den verschiedensten Bereichen von Nouveau Cirque über Figurentheater und Kabarett bis hin zum Stummfilm sind von rund 17.000 Besuchern gesehen worden. Das Festival erreichte damit eine Auslastung von 90 Prozent. Das breitgefächerte Programm hat viele Alters- und Interessengruppen angesprochen. Kinder konnten sich im weltgrößten Nachbau des Troianischen Pferdes wie die griechischen Helden fühlen, |
die nach der Überlieferung durch Homer vor den Mauern Troias im
Bauch des Pferdes auf den letzten Kampf warteten. Verbunden mit einer Erzählung über den Troianischen Krieg konnte im Anschluss über das Verhalten der Griechen diskutiert werden. In einer Malaktion ließen Kinder ihrer Phantasie freien Lauf und brachten die verschiedensten Möglichkeiten mit Buntstiften zu Papier, wie die Griechen aus dem Troianischen Pferd herausgeklettert sein könnten. Vom Mythos zur Realität leitete ein Archäologisches Grabungscamp über, in dem modernste Ausgrabungstechniken studiert werden konnten. Theater-, Zirkus- und Musikliebhaber kamen mit dem Programmschwerpunkt "14 Annäherungen an einen Mythos" auf ihre Kosten. |
Sechs Produktionen hat das
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig in Auftrag gegeben, die zusammen mit
weiteren Gastspielen dazu beitrugen, neue Interpretationen um den Mythos
und die Geschichte Troias zu entwickeln. Einen fulminanten Auftakt bot der Cirque Baroque aus Frankreich mit der eigens für das Festival erarbeiteten Nouveau-Cirque Produktion "Troia ou les aventuriers de la cité perdue". Der Troianische Krieg wurde hier mit den Mitteln des Zirkus, der Jonglage, Akrobatik, Equilibristik, einer eigens dafür komponierten Musik und einem multimedialen Bühnenbild spannungsvoll in Szene gesetzt. Das inszenierte Nebeneinander von Ausgräbern und Figuren der Troianischen Mythologie warf die Frage auf, ob Ausgrabungen den Mythos zerstören. |
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| Um Zerstörung ging es auch in der für das Troia-Festival aus dem Archiv ausgegrabenen Barockoper "Das zerstörte Troja". Die Oper, die vor 277 Jahren am Hof des Braunschweigischen Herzogs uraufgeführt wurde, wurde zum Festival als komische Tragödie mit Musik, Gesang, Spiel und Puppen von dem Regisseur Jochen Menzel mit dem Figurentheater KASOKA aus Berlin innovativ und liebevoll inszeniert. Zu sehen war keine traditionelle Oper mit Puppen, sondern eine spritzige Bearbeitung, die die barocke Inszenierungskunst karikierte. | Der Schauspieler und Cellist Christian Kaiser hatte alle Hände voll zu tun aus dem Orchester heraus die Griechen anzutreiben, Troia tatsächlich mit Hilfe des Troianischen Pferdes zu erobern anstatt - wie von den Puppen vorgeschlagen - mit einer Tasse Tee. Die verschollen geglaubte Partitur von Georg Kaspar Schürmann wurde von dem Komponisten Willy Daum in den Archiven aufgestöbert und neu arrangiert. Obwohl Willy Daum der Musik Schürmanns Zeitgenössisches entgegensetzt, war doch Barock-Musik zu hören, ganz im Sinne Händels. Aufgeführt wurde sie vom Kammerchor und -orchester des Braunschweiger Doms sowie von Gesangssolisten aus der Region. | Im Rahmen des Festivals fand
auch die Wiederaufführung des 1924 in den Bavaria Studios entstandenen
Stummfilms "Helena" statt. Die Restaurierung des Films wurde für das Festival in Auftrag gegeben. Eine neue Musik wurde von den Musikern Joachim Bärenz, Günter A. Buchwald, Christian Roderburg und Friedemann Graef dazu komponiert und live aufgeführt. Der Film wird seine Fernsehpremiere am 30. November 2001 auf dem Sender arte haben. Die für das Festival entstandenen Inszenierungen werden nun teils auch international weiter aufgeführt und an "Troia in Braunschweig" erinnern. |
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| Mit dem Türkei-Schwerpunkt "1000
Kilometer vom Bosporus" ist die Möglichkeit eines Austauschs zwischen
der deutschen und der türkischen Kultur eröffnet worden, die bei
Lesungen, Straßentheater, Rap und einem Workshop genutzt wurde. Die Kooperation zwischen der Istanbuler Straßentheater-Gruppe "Anatole Street Players" und der Braunschweiger Performance-Gruppe "LeibArt Theater" hat einmal mehr gezeigt, wie schwierig es sein kann, zwei völlig unterschiedliche Inszenierungsansätze zum Troia-Mythos zusammenzubringen. Während die Anatole Street Players alte anatolische Bräuche zelebrierten, hatte die Braunschweiger Gruppe eine abstrakte Idee zum Troia-Mythos. |
Während der gemeinsamen Arbeit ist
es gelungen, tatsächlich beide Positionen kreativ miteinander zu verbinden.
Ein wahrer Austausch unterschiedlicher kultureller Auffassungen hat auf
diese Weise stattgefunden. Eine besondere Attraktion bot die 15,5 Meter hohe, begehbare Skulptur des |
Der von der Stadt Braunschweig
initiierte und bei der Agentur Informationen zum Festival sind im Kulturinstitut der Stadt Braunschweig bei der Projektleiterin Gerti Köhn erhältlich: Tel.: 05 31 / 470 48 24 Fax: 05 31 / 470 48 09 |
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