Schliemann
: Heinrich Schliemann glaubte fest an die historische Wirklichkeit der Ilias Homers.
: Heinrich Schliemann, 1822 geboren, war bereits seit fr?hester Kindheit vom homerischen Mythos um die Stadt Troia und den Krieg um die sch?ne Helena fasziniert. Die ?berreiche Vorstellungskraft des Jungen, vom Vater durch Lesungen und Diskussionen inspiriert, lie? in ihm die epischen Orte, Handlungen und Personen so lebendig werden, dass ihm schlie?lich die Idee geboren war, es habe jenen Schauplatz tats?chlich gegeben.
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: Reisen, sowie Lehrjahre der Geschichts- und Sprachenforschung folgten, wobei er mit erstaunlichem Geschick zahlreiche Sprachen moderner und alter Herkunft zu beherrschen lernte. Schliemann war als Gesch?ftsmann in Russland
und den USA sehr erfolgreich. Das erworbene Verm?gen erm?glichte es ihm sich - mit inzwischen vierundvierzig Jahren - der Verwirklichung seiner jugendlichen Tr?ume hinzugeben. Ab 1870 machte er 12 Jahre lang Grabungen in Kleinasien an der einstigen M?ndung des Skamander-Flusses: hier war er sicher, nach eingehender Lekt?re der "Ilias" von Homer, die er wie einen Reisef?hrer studiert und jede Ortsbeschreibung gepr?ft hatte, die Stadt Troia wiedergefunden zu haben.
: Der "Schatz des Priamos" in einer Gesamtaufnahme. Tafel 204 aus Heinrich Schliemanns "Trojanische Alterth?mer. Bericht ?ber die Ausgrabungen in Troja". Ein Textband und ein Atlasband. Leipzig 1874. Der Schatzfund bestand aus insgesamt 8833 Einzelteilen, neben den zwei ber?hmten goldenen Diademen und weiterem Schmuck 8750 kleine Goldteile, aber auch Kupferplatten sowie andere Gef??e und Gegenst?nde aus Gold, Silber und Kupfer.
: Die m?hseligen Ausgrabungsarbeiten dokumentierte Schliemann penibel und mit gro?em wissenschaftlichen Interesse. Als er schlie?lich das troianische Gold, den "Schatz des Priamos" barg, brachte ihn dies, als er klug die Presse heranzog, in den Blickpunkt von Welt?ffentlichkeit und arch?ologischer Fachwelt, f?r die er bis dahin ein unbekannter Dilettant gewesen war. Ber?hmtheit hat das Foto seiner Ehefrau erlangt, die mit dem goldenen Stirnschmuck posiert.
: Sophie Schliemann posiert im troianischen Ornat
: Durch die Herausgabe der Grabungstageb?cher, Arbeitsprotokolle und durch seinen abenteuerlichen Lebenswandel als Weltmann, Kaufmann und Forscher in einem wird der Wiederentdecker Troias schlie?lich selbst zum Mythos.
Heute ist die Grabungsst?tte Troia in der T?rkei ein vielbesuchter touristischer Anziehungspunkt, aber nach wie vor auch ein Ort ernsthafter arch?ologisch-wissenschaftlicher T?tigkeit, die von den heutigen Forschern jedoch mit mehr Umsicht durchgef?hrt wird, als Heinrich Schliemann vor ?ber 100 Jahren es in seinem Enthusiasmus getan hat.
: Schliemanns ungest?me Grabungen hinterlie?en tiefe Spuren im Ruinenh?gel Hisarl?k. Bildunterschrift des Blattes: "Gro?er Graben von West nach Ost. Gesehen von der Westseite, aus dem Eingang zu den Ausgrabungen nach Osten."
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