Konzeption
: 1. Homer und die Ilias

Bild 1 : Die Landschaft

Bild 2 : Der Dichter und sein Werk
1: Den Einstieg in die Ausstellung bildet eine Einstimmung in die Landschaft der Troas, mit Filmsequenzen und Toncollagen, ein Großfoto zeigt die aufgehende Sonne über den Dardanellen. Eingeschnitten sind Zitate von Reisenden an den Ort des Mythos.
2: Die Ilias, die den Zorn des Achill und dessen Auswirkungen auf die Kriegsereignisse in Troia behandelt, wird in den Gesamtkontext des troianischen Sagenkreises eingeordnet.
: Homer schuf das großartige Epos Ilias: untrennbar mit Ilios Ilion Troia verbunden. Bei diesem überragenden Dichter handelt es sich, so meinen viele, um den größten der Menschheit überhaupt. Seine Epen Ilias und Odyssee sind die ältesten schriftlich überlieferten Dichtungen der abendländischen Kultur.
: 2. Troia Rezeption in der Antike

Bild 3 : Vom Wort zum Bild

Bild 4 : In der Mitte eines Weltreiches
3: Homer ist auch der Impulsgeber für die künstlerische Umsetzung des Stoffes. In der Auseinandersetzung mit seinem Werk finden die Künstler neue Bilder, die vor allem das gestalten, was die Ilias nicht ausführt, sondern nur indirekt erzählt: von der Vorgeschichte bis zur Zerstörung Troias.

4: Die römische Tradition knüpft an Troia mit Aeneas an, einem der wenigen überlebenden Troianer, der zugleich Stammvater der Römer ist. Die Aeneis des Vergil, unter der Herrschaft des Augustus entstanden, greift den troianischen Sagenstoff auf und wird zum Nationalepos der Römer.
: Silberdenar Caesars, um 47 v. Chr.
Die Familie des Julius Caesar führte ihren Stammbaum auf den Askanios/Iulus zurück, den Sohn des troianischen Helden Aeneas, der einer Verbindung des Anchises mit der Göttin Aphrodite, der römischen Venus, entstammte.
: 3. Troia Rezeption vom Mittelalter bis zur Neuzeit

Bild 5 : Was nicht in der Bibel steht

Bild 6 : Von Vergil zu Homer

Bild 7 : Die Ilias lesen
5: Seit der Spätantike führte das reale Troia nur noch ein Schattendasein, zugleich wurde das sagenhafte Troia in der mittelalterlichen Vorstellungswelt immer wichtiger. Kostbare Handschriften und frühe Drucke prägen diesen Teil der Ausstellung.

6: Die Geschichten um Troia bleiben nicht auf die Welt der Bücher beschränkt. Szenen aus dem troianischen Sagenkreis, deren literarische Vorlage nicht Homer, sondern Vergil lieferte, sind seit dem Mittelalter Teil der gehobenen Wohnkultur, wie etwa auf Tapisserien.
7: Im Verlauf des 18. Jahrhunderts entdeckte man das "künstlerische Genie". Maler und Dichter wurden zu Gegenständen der Verehrung. Gleichzeitig strebte man zu den Anfängen, in unserem Fall zur Ilias des Homer zurück. Man las die Ilias im Original und versuchte in der eigenen Sprache und der bildenden Kunst Vergleichbares zu schaffen. In der antiken Vorlage entdeckte neue Szenen und hohe Gefühle wurden umgesetzt, von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein bis John Flaxman.

: Pieter Schoubroeck, um 1570-1607
Der Brand von Troia, Öl auf Holz. Speyer, Historisches Museum der Pfalz.
Dem auf nächtliche Brandszenen spezialisierten Pieter Schoubroeck ging es bei seiner Schilderung des Untergangs von Troia um die spektakuläre Schilderung eines Großbrandes. Das brennende Troia steht gleichnishaft als Bild für den ultimativen Stadtbrand.

: 4. Troia und die Troas

Bild 8 : Die Suche nach Troia

Bild 9 : Hisarlík - Anatomie eines Hügels

Bild 10 : Ein Rundgang durch Troia
8: In drei Schritten wird hier die Annäherung an das wirkliche Troia gezeigt: vom Aquarell der troianischen Landschaft bis zur Satellitenaufnahme, beginnend bei den Reisenden des 18. Jahrhunderts, die sich der Landschaft der Troas als romantischen, pittoresken Ort näherten, über die schillernde Figur des ersten Ausgräbers Heinrich Schliemann bis hin zur Ausgrabung des internationalen, interdisziplinären Grabungsteams unter Manfred Korfmann mit modernsten archäologischen Methoden.

9: Schnitte und Pläne und die dazugehörigen Computeranimationen zeigen Aufbau und Entwicklung des Siedlungshügels von der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr. bis in die byzantinische Zeit. Die virtuelle Aufbereitung wird
ergänzt durch Rekonstruktionszeichnungen und charakteristische Fundstücke der wichtigsten Siedlungsperioden in Troia.

10: Die Präsentation der Wirklichkeit, der aktuellen Grabungsergebnisse, ist als Rundgang durch die Ausgrabung gestaltet. Sie konzentriert sich auf die wichtigsten Siedlungsperioden Troia II/III und Troia VI/VIIa, die auch heute noch am eindrucksvollsten auf der Grabungsstätte zu erleben sind. Gleichzeitig markieren sie auch die Entwicklung der Forschung. Hielt Schliemann noch Troia II, die verbrannte Stadt mit dem sog. "Schatz des Priamos" für das troianische Troia, so wissen wir seit Dörpfeld, dass Troia VI/VIIa in die mykenische Zeit gehört von der Homer erzählt.
: Die Funde der ältesten Besiedlungsschichten (Troia I bis III, erste Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr.) zeugen von ausgeprägten Verbindungen zu den Küstenregionen des östlichen Mittelmeeres, [...] sie werden deshalb als Maritime Troia-Kultur bezeichnet. Keramik wie das sog. "Depas amphikypellon", ein zweihenkeliges Trinkgefäß, legen Zeugnis ab von einer hochentwickelten Tafelkultur.
: 5. Troia heute

Bild 11 : "in meinem Ende..."

Bild 12 : Fortsetzung folgt

11: Eine Zusammenschau der Ergebnisse der Ausgrabungen, der Hethitologie und der Homerforschung geben Anlass über den historischen Hintergrund des troianischen Sagenkreises nachzudenken.

12: Zum Abschluss wird noch einmal die Frage nach der Bedeutung des Mythos Troia im 20. Jahrhundert gestellt. Bildende Kunst, Theater und Literatur zeigen, dass Troia im Jahrhundert der Weltkriege in der Auseinandersetzung mit Krieg und Faschismus Aktualität besitzt.
: Trojan Condoms, Get it on!
Die Trojan Condoms mit dem antiken Kriegerkopf sind in den USA die renommierteste Präservativmarke.
: Das Begleitbuch zur Ausstellung, mit fast 500 Seiten geballter Information zum Thema Troia - Traum und Wirklichkeit.

Exklusiv in der Ausstellung
(in Stuttgart, Braunschweig und Bonn) ist eine broschierte Fassung des Begleitbuches für nur DM 49,- erhältlich. (kein Versand!)
Troia - Traum und Wirklichkeit
Herausgegeben vom Archäologischen Landesmuseum Baden-Württemberg, 2001. 496 Seiten mit ca. 500 meist farbigen Abbildungen. 24,5 x 30 cm. Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 3 8062 1543 X
(nur über Buchhandel oder Theiss Verlag).

Subskriptionspreis bis zum 31.03.2002: DM 69,-
danach: DM 82,-


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